Heimkehr unterwegs

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Das Risiko des Reisens, zumal wenn man jeden Tag woanders nächtigt und man tagsüber unterwegs ist, dass Dinge liegen bleiben. In Gästehäusern und Hotels kann man vor der Abreise gründlich prüfen, ob alles wieder eingepackt an seinem Platz ist.

In Zügen, Wartesälen und Cafés kann es auch mal hektisch werden. Dann kann es sein, dass das eine oder andere Stück nicht mitkommt. Zudem liegt bei mir der Fokus oft auf den mitreisenden elektronischen Hilferlein. Das macht es den anderen Dingen leicht, ihren Aufenthalt zu verlängern.

So ist es zum Beispiel bei meinem Etui mit den Schreib- und Zeichenutensilien. Es findet aber immer irgendwie zu mir zurück. In Heidelberg bei Starbucks wurde es trotz starken touristischen Betriebs und wertvollen Inhalts gefunden und beim Personal abgegeben. Ich konnte es nach mehr als zwei Wochen unversehrt abholen.

Nur ein paar Stunden hat das Etui seinen Aufenthalt in einem Café in Aberystwyth verlängert. Als ich bemerkte, dass es nicht mehr da war, weil ich Ansichtskarten schreiben wollte, bin ich sofort zurück gegangen. Der freundliche Manager kam mir mit dem Etui in der Hand entgegen. Die Karten habe ich dann gleich in dem Café bei einem Cream Tea geschrieben.

Auch mein „Überlebenspaket zwischen zwei Buchdeckel“ – der Lonely Planet Reiseführer – hat auf wunderbare Weise über einen kleinen Umweg seinen Weg wieder zu mir zurück gefunden.

Wie berichtet (hier), wurde das Buch von einer netten älteren Dame beim Platzwechsel im Zug nach Aberystwyth versehentlich eingepackt. Während der Fahrt hatten wir Gelegenheit auch über unsere Reise und jeweiligen Zielorte zu sprechen und ich habe erzählt, dass ich durch Wales reise und mein nächstes Ziel Aberystwyth ist. Sie ist dann irgendwann ausgestiegen mit meinem Buch in der Tasche, wie sich herausstellte.

Als ich heute morgen an der Rezeption meines Hotels die Rechnung zahlen wollte, hat die Rezeptionistin mir zusammen mit der Rechnung das Buch überreicht. Gestern am späteren Nachmittag kam jemand vom Touristenbüro vorbei und hat das Buch für mich, den Deutschen, abgegeben. Im Touristenbüro hatte ich nämlich nach einer Unterkunft gefragt und diese dann auch direkt dort gebucht. Ein junger Mann sei in das Touristenbüro gekommen und habe das Buch im Auftrage der Dame dort abgegeben. Diese hatte die Hoffnung, dass man das Buch weiterleiten könne. Und tatsächlich konnte man sich an den Deutschen erinnern und wusste noch, wohin man ihn geschickt hatte. Der Rest war einfach und Freundlichkeit.

Nun habe ich zwei. Die englische Version, die ich neu gekauft hatte, wird mich nun an diese verrückte Geschichte, die nette und gut kombinierende Dame und das freundliche Personal vom Touristenbüro in Aberystwyth erinnern.

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