Danzig: WC-Hinweise, bunte Kappen und Restaurantanpreiser

Danzig ist eine Touristenstadt, wie viele andere auch: Tolle Gebäude, viele Touristen Touristennepp neben wirklich schönen Ecken. Was die Gebäude betrifft habe ich jedoch den Eindruck gewonnen das Danzig eine Stadt der Fassade ist ist. Nicht dass nicht dahinter wäre, doch die Gebäude mit den schönen Fassaden aus vielen Jahrhunderten stehen einfach zu dicht beieinander. Man kann die Gebäude kaum sehen, wenn man davor steht sieht man — Fassaden.

Wer allerdings in fremden Städten regelmäßig Toiletten sucht, ist in der Danziger Altstadt sehr gut aufgehoben. Toiletten werden privat gegen einen kleinen Obulus (2 zl = 0,5 EUR) betrieben. Wie das so ist, wenn ein Geschäft gut funktioniert: es gibt andere, später viele, die auch mit den „Bedürfnissen“ der Touristen verdienen wollen. Und so werden Hinweisschilder immer wichtiger. Je genauer sie den Weg zur nächsten Toilette weisen, desto besser. Nicht alle Schilder führen allerdings zu einer privat betriebenen Bedürfnisanstalt. Folgt man machen schildern landet man bald in einem Restaurant oder einer Bar. Manchem Barbesitzer scheint auf dem Hinweisschilder das WC sogar den größeren Hinweis wert zu sein (vgl. Bildergalerie)

Im Minutentakt trifft man in Danzig auf geführte Gruppen. Die Gästeführer nuscheln in ihr Kopfmikrophon und die Teilnehmer an der Führung haben ein drahtloses Headset, mit dem sie ihn Hören können – Fragen und Gespräche mit den Mittouristen sind da schwerlich möglich. Aber die Geschwindigkeit mit der die Gruppe von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit geführt wird lässt sich so optimieren.
Kindergruppen allerdings sind eine Augenweide. Man hört sie nicht nur schon von weitem (die Lehrer oft mit Megaphon), man sieht sie auch einheitlich mit farbigen Kappen ausgerüstet. Ich treffen die rote, die gelbe, die orange (schwer von der gelben zu unterscheiden), die blaue, die grüne und die weisse Gruppe. Vor einigen Sehenswürdigkeiten, wie der Eisbude mischen sich die Farben manchmal und auf Ruf der Lehrer trennen sich sie Farben wieder.

Eine letzte Beobachtung, die es nicht nur in Danzig sondern in vielen von Touristen stark besuchten Städten gibt sind die Restaurantanpreiser, oder wie soll man diese meist jungen Damen nennen, die mit der Speisekarte in der Hand das nahegelegene Restaurant preisen und auf Wunsch die Speisenkarte erklären. Man kann sich der ausgehängten Speisenkarte kaum nähern, da hat man auch schon eine freundliche Dame neben sich, die einem gut zuredet.
Etwas lustlos steht die Hübsche heute vor dem Cafe&Restaurant, das mit „Traditional Polish Cuisine“ beschriftet ist und spricht gezielt, aber scheinbar gelangweilt Touristen an . einziges Merkmal, dass mir aus der Ferne beobachtend, allen gemeinsam war: Sie trugen eine Kamera: Wer eine Kamera hat ist Tourist und hungrig – so einfach scheint die Welt aus dieser Sicht. Sie scheint die richtigen Worte zu finden. Doch die potentiellen Gäste kommen schnell wieder aus dem Hotel heraus – das Innere überzeugt sie offensichtlich nicht. Als ich sie frage, was sie da tue sagt sie, dass sie die Menschen ins beste Restaurant Danzigs einlädt.
Restaurants, die von Anpreiserinnen mit der Speisenkarten in der Hand als „das Beste beste Restaurant der Stadt“ ausrufen begegne ich genauso skeptisch wie Sushi-Restaurants, das schon draußen nach Fisch – nicht riecht – stinkt.

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